Nino Winkler-Warl (16) aka „B-Boy Ninjo“ tanzte sich als einer der jüngsten Teilnehmer beim Red Bull BC One Cypher Austria am 19. März in Innsbruck unter die besten vier B-Boys (so werden die Breakdancer genannt) in Österreich. Insgesamt sechs Athletinnen und Athleten der Oberkärntner Kaderschmiede der „Funky Monkez“ überzeugten beim Qualifier, tanzten sich bis in die Finalrunden und rockten vor Ort die Mainstage. Nino lebt bei seinen Eltern Anita und Reinhold sowie vielen Haustieren in Spittal.
OVT: Nino, wie sehr freut/e es dich beim erstmaligen Antreten unter den besten vier B-Boys gleich zu sein? Hättest du dir das im Vorfeld erhofft?
Ich freue mich sehr, dass es für mich beim ersten Mal schon so weit ging. Ich hatte es nämlich nicht erwartet. Ich bin bei Wettbewerben in meiner Altersklasse schon öfters weit gekommen oder habe sogar gewonnen, aber es war das erste Mal, dass ich mich mit den erwachsenen B-Boys messen konnte. Mein
eigentliches Ziel war es „nur” durch die Qualifikation zu kommen und es in die Top 16 auf die große Bühne zu schaffen. Das hat erstaunlich gut funktioniert.
Wie intensiv war deine Vorbereitungsphase darauf?
Ich habe ein bisschen mehr trainiert als sonst. Ich habe meine Moves trainiert, neue kreiert und Runden vorbereitet. Dabei geholfen haben mir meine Trainer Vasilica Iancu – „El Vasi“ – und Sina Müller. Dazu habe ich mir noch Hilfe von einem inter-
national erfolgreichen B-Boy,
„B-Boy Den“, geholt, der mich über Online-Sessions unterstützt und vorbereitet hat. Außerdem besuche ich das Sport BORG, in dem ich personalisierte Krafttrainingspläne bekomme, Schnelligkeits-und Koordinationstraining habe, usw.
Wie würdest du den Ablauf deines Bewerbes den Lesern schildern? Auf was achtet die Jury? Genauigkeit, Schwierigkeitsgrad, Rhythmus …
Zuerst gibt es eine Qualifikation. Da tanzt jeder der rund 60 teilnehmenden B-Boys eine Runde vor der Jury. Eine Runde dauert ca. 50 Sekunden und ist „freestyle”, das bedeutet, dass der DJ irgendein Lied spielt und der Tänzer oder die Tänzerin muss dann darauf reagieren und zeigen, was er oder sie kann. Es ist keine Choreografie, der Tänzer oder die Tänzerin entscheidet also im Moment, was er oder sie machen will. Die Jury schaut nicht nur darauf, wer die krassesten Moves macht, sondern sie achtet auch sehr auf die Kreativität und die
Interpretation der Musik – die „Musicality“. Anhand der Preselection sucht sich die Jury dann die besten 32 aus. Wer dann das Top 32 1vs1-Battle gewinnt darf dann am nächsten Tag auf der großen Bühne in der Top 16 tanzen.
Entscheidend sind dabei ja die 1vs1-Battles. Worauf kommt‘s an?
Es ist wichtig, die Ruhe zu bewahren und sich vor allem von den älteren, erfahreneren B-Boys nicht einschüchtern zu lassen. In den Top 16 gewann ich beispielsweise gegen einen älteren B-Boy, der früher schon zweimal Red Bull BC One Cypher Austria gewonnen hat. Dann kam ich in die Top 8, gewann wieder und dann in die Top 4. Somit habe ich insgesamt an diesem Wochenende neun Runden getanzt. Wichtig ist es, dass man sich auch bei so vielen Runden nicht wiederholt. Außerdem muss man, auch wenn man nervös ist, versuchen, nicht hektisch zu tanzen. Wenn man zu hektisch ist, dann funktionieren viele Moves nicht mehr und man kann nicht gut auf die Musik reagieren.
Hattest du auch Lampen-
fieber?
Ich war zwar etwas nervös, da es aber mein erstes Mal war, hatte ich nicht wirklich Druck. Ich wollte einfach schauen, wie weit ich kommen kann.
Welche Ziele steckst du dir nun für die Zukunft? Wie schaut‘s diesbezüglich auch mit interna-
tionalen Bewerben aus?
Natürlich möchte ich nächstes Jahr wieder weit kommen bei BC One Cypher Austria, irgendwann es vielleicht sogar gewinnen. International ist das Level schon sehr hoch. Ein Ziel von mir ist es, einmal bei einem großen internationalen Breaking Event wie „Outbreak“ oder „IBE“ durch die Preselection zu kommen. Dort machen jedes Jahr um die 500 Teilnehmer pro Kategorie mit.
Was war der Auslöser für deine Breaking-Leidenschaft?
Als ich sechs Jahre alt war, habe ich das erste Mal ein Breaking Battle im Fernsehen gesehen. Ich habe zu meiner Mama gesagt, dass ich das auch machen will, also hat sie mich bei einem Tanzkurs angemeldet. Dann 2019 kam ich zu meinem jetzigen Trainer El Vasi, und er machte mich dann sozusagen zu dem B-Boy der ich jetzt bin. Und der Name „Ninjo” kommt von einem Tanzkollegen, der einmal gemeint hat, ich tanze, wie ein Ninja, und wenn man Ninja mit meinem Namen Nino kombiniert, kommt man zu Ninjo.
Andererseits: Welchen Wunsch hast du privat noch?
Ehrlich gesagt habe ich keine großen außergewöhnlichen Wünsche. Ich bin aktuell sehr zufrieden mit dem, was ich habe und machen darf, vor allem im Breaking.
Und wie gefällt dir der „Oberkärntner Volltreffer“ gerne final gefragt?
Besonders schätze ich, dass verschiedenste Leute wie ich die Möglichkeit bekommen, durch Interviews ihre Perspektive zu teilen und Einblicke in ihren Alltag zu geben.
Kurz gefragt:
Nino Winkler-Warl
B-Boy (Breakdancer) & Schüler
Sternzeichen: Waage
Ich bin … (Eigenschaften): zuverlässig, ehrgeizig, bodenständig
Lieblingsgetränk: Wasser
Lieblingstier: Hund
Glücksbringer: meine Trinkflasche