Mag. Siegfried Kogler, sehr engagierter Leiter und Kustos des „GailtalMuseum“ im Schloss Möderndorf/Hermagor, wird demnächst in Pension („Un-Ruhestand“) gehen und die museale Tätigkeit heuer beenden.
Von Karl Brunner
Das GailtalMuseum, ein Zentrum regionaler Geschichte und kultureller Treffpunkt, ist stark geprägt von Siegfried Kogler - ein sehr vielseitig gebildeter und erfahrener Volkskundler, Museumsmann und Kulturarbeiter mit großen Verdiensten. Mit seinen rund 5.000 Objekten ist es ein ganz besonderes Regionalmuseum. Diesem hat Mag. Siegfried Kogler (Jg. 1962) weiter aufbauend in Gestaltung, Erweiterung und moderner Präsentation seinen Stempel aufgedrückt und über 22 Jahre lang ganz entscheidend dazu beigetragen, dass und wie es so einladend heute dasteht. Das Museum ist Ort der Vermittlung von Geschichte und Bildung, es hat sich als Kulturveranstalter etabliert. Es ist Ort der Begegnung und des künstlerischen Austausches, eine Anlaufstelle für die Auseinandersetzung mit der regionalen Vergangenheit und Kultur. Es ist auch touristisches Ausflugsziel. Die langjährige Aufbauarbeit, die in die Entwicklung des Museums investiert wurde, hat diesem viel beachtete Geltung verschafft. Mit seinem Kultursommer, seinen Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und auch Schauspiel bildet es eine große kulturelle Bereicherung der Region und weit darüber hinaus.
(Sonder-)Ausstellungen
Die Dauerausstellung wird laufend angepasst, aktualisiert und verbessert. Jedes Jahr gibt es auch thematische Sonderausstellungen und auch noch Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Zudem pflegt das GailtalMuseum viele Kooperationen (mit Museen, Tourismus, Schulen etc.) und wurde auch ein fixes Podium für die Sichtbarmachung und Wertschätzung von Sprachminderheiten bzw. Minderheitensprachen, damit setzt es Zeichen für kulturelle Vielfalt. 2024 wurde dem GailtalMuseum bereits zum vierten Mal das „Österreichische Museumsgütesiegel“ zuerkannt. „Wir erhalten das regionale Kulturerbe stets mit dem Blick auf überregionale und internationale Zusammenhänge, aktuelle Themen und Entwicklungen“, sagt Kogler. Das Museum wird von einem engagierten Förderungsverein (Obm. BH Dr. Heinz Pansi) getragen. Es gehe darum, die Personalsituation mit dem musealen Anspruch (forschen, bewahren, sanieren, inventarisieren) und täglichen Anforderungen der Besucherbetreuung und den Veranstaltungs-Vorbereitungen „unter einen Hut“ zu bringen, erklärt Kogler generell die stete Herausforderung. Die Museen als vertrauenswürdige, lebendige Info-Plattformen sollten, so hofft er, auch künftighin in der Lage sein, ihre Bildungs- und Kulturarbeit personell zu leisten. Kogler dankt allen Sponsoren und Unterstützern, vor allem der Fam. Essl und Karlheinz Essl. „Unvergesslich sind die vielen Begegnungen mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die wir einladen konnten und die entstandenen Freundschafen mit den GailtalerInnen und unserem Stammpublikum“, blickt der engagierte Museumsleiter dankbar zurück.
Wissenschaftlich arbeiten
Nach dieser Saison wird sich Kogler wieder voller Neugier dem weiten Feld der Volkskultur widmen, um, wie er sagt, zu ergründen, „wie der Mensch lebt, arbeitet und feiert“. Der gebürtige Metnitzer lebt in Villach, er hatte Völkerkunde, Humanbiologie und Afrikanistik an der Universität Wien studiert, weiters folgten Studien in Europäischer Ethnologie, Geschichte, Philosophie, Pädagogik und Didaktik. Er war Mitarbeiter im Sprachinselmuseum (Wien), Uni-Lektor, Studienautor fürs Wissenschaftsministerium, Bildungsreferent und Mitarbeiter beim Bildungswerk und Heimatwerk (Kärnten), verfasste sehr beliebte Bücher (Blasmusik, Trachten u.a.) und zahlreiche Beiträge in Zeitschriften über volkskundliche Theorie und Praxis, Zeitgeschichte, Alltagskultur, Brauchtum, Volkskunst, Steinbier u.a.m. Vor elf Jahren wurde Kogler mit dem Würdigungspreis für Volkskultur des Landes Kärnten geehrt. Mit Fachexpertisen trug er zur Erreichung bzw. Dokumentation von Bräuchen als Kulturerbe (Unesco) bei, so fürs Georgijagen (Faakersee-Raum), Kufenstechen (Gailtal), Metnitzer Dreikönigssingen. Derzeit befasst er sich intensiv mit dem Metnitzer Totentanzspiel. Kogler freut sich auf seine Rückkehr zu seinem „Volkskunde-Schreibtisch“ („meinem geliebten Kind der Moderne“) und wird als „Unruhe-Pensionist“ neben seinen Forschungen auch wieder mehr Zeit für die Familie und seinen großen Garten haben.