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09. September 2026, Boris Knorr

Erneuerbare Unabhängigkeit bis 2050

Tirol will bis 2050 energieautonom werden und setzt dafür verstärkt auf erneuerbare Energie, Speicher, Wärmewende und klimafreundliche Mobilität im ganzen Land.

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Erneuerbare Unabhängigkeit bis 2050
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LHStv Josef Geisler, LHStv Philip Wohlgemuth, LH Anton Mattle und LR René Zumtobel (v.li.) Foto: Knorr

Tirol hält an seinem Ziel fest, bis 2050 energieautonom zu werden und die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu beenden. Bei der Herbstklausur der Tiroler Landesregierung in Lienz wurde dazu ein aktualisiertes Energie-Zielszenario vorgestellt. Demnach soll die heimische erneuerbare Energieerzeugung bis 2050 um 50 Prozent steigen, gleichzeitig soll der Endenergiebedarf gegenüber 2024 um 30 Prozent sinken.

Bereits heute wird Tirol an 220 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie versorgt. Rund 60 Prozent des gesamten Endenergiebedarfs werden derzeit durch erneuerbare Ressourcen wie Wasserkraft und Biomasse gedeckt. Die Landesregierung setzt nun verstärkt auf den Ausbau von Speicherkapazitäten, die Wärmewende und klimafreundliche Mobilität. Auch die öffentliche Verkehrsflotte soll schrittweise umgestellt werden und bis 2040 vollständig emissionsfrei unterwegs sein.

Bis Ende 2027 werden außerdem 164 konkrete Maßnahmen im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie vorangetrieben. Damit soll Tirol langfristig eine sichere, nachhaltige und unabhängige Energieversorgung erreichen.

Factbox Land Tirol:

Die Maßnahmen im Detail

Eckpunkte Aktualisierung des Zielszenarios Tirol 2050

  • Energieautonomie Tirols bis 2050 ist erreichbar. 
  • Ausbau der heimischen erneuerbaren Energieerzeugung (+50 Prozent) und Reduktion des Endenergiebedarfs (-30 Prozent) im Vergleich zu 2024 notwendig. 
  • Detailbericht bis Ende 2026.

Ausbau der Speicherkapazitäten

  • Aufstockung der Mittel für die Speicherförderung 2026.
  • Weiterentwicklung der Speicherförderung ab 2027.
  • Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken.
  • Weiterentwicklung des Verfahrenshandbuchs für Großbatteriespeicher.
  • Musterablauf für Großspeicherbatterien.

Wärmewende forcieren

  • Ausbau von Nah- und Fernwärme mit Schwerpunkt Inntal und Tourismusgebiete.
  • Weiterentwicklung des Wärmenetzkatasters auf TIRIS.
  • „Mission Keller-Check“ zur Dämmung von Heizungsrohren für Tiroler Haushalte.

Nachhaltigkeit in der Wohnbauförderung stärken

  • Vereinfachung der Förderbestimmungen.
  • Weiterentwicklung der Zuschüsse für energieeffizientes und umweltfreundliches Bauen.
  • Förderung von Rückbaukonzepten und Baustoffrecycling.
  • Förderung schrittweiser Sanierungen.

Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs

  • Umsetzung der VVT-Strategie „Zukunftsbild Tirol – klimaneutrale Öffis 2040“.
  • Schrittweise Umstellung des Busverkehrs auf emissionsfreie Antriebe.

Tiroler Energiefonds für Gemeinden weiterentwickeln

  • Erweiterung der Richtlinien.
  • Neue Förderung für Batteriespeicher.
  • Thermische Sanierungen künftig stärker über einmalige Zuschüsse unterstützen.
  • Erweiterung der Förderung für Energiebeauftragte.
  • Höhere Förderung für Energiebuchhaltung und Energiemonitoring.

Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen

  • Überprüfung und Anpassung relevanter landesgesetzlicher Vorgaben.
  • Vereinfachung und Beschleunigung von Verfahren.
  • Reduktion von Bewilligungspflichten, wo fachlich und rechtlich vertretbar.

Landesverwaltung als Vorbild

  • Mehr Photovoltaik auf Landesgebäuden. 
  • Energieeffiziente Sanierung und klimafreundliche Gebäudetechnik.
  • Weitere Elektrifizierung des Landesfuhrparks.
  • Mehr erneuerbare Energie und Energieeffizienz bei landesnahen Unternehmen.

Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie als gemeinsamer Rahmen

  • Konsequente Umsetzung der 164 Maßnahmen des zweiten Maßnahmenprogramms mit besonderem Fokus auf Energie.

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