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28. August 2026

Skitourismus-Experte über den Hochstein und Sillian-Sexten

Günther Aigner ist Experte für die Zukunft des Skitourismus – und beschäftigt sich auch mit dem Gletschersterben. Im ausführlichen Interview mit dem Osttiroler Boten geht er auch auf das Hochstein-Aus und das Skischaukel-Projekt im Pustertal ein. 

Günther Aigner beschäftigt sich mit der Zukunft des Skisports. Foto: Michelle Hirnsberger

Glauben Sie, dass alle Osttiroler Skigebiete bis 2050 überleben werden?
Das kann man für einzelne Skigebiete nicht pauschal sagen. Laut aktuellen Klimaprojektionen soll die winterliche Schneegrenze bis 2050 noch einmal um ungefähr 100 Höhenmeter ansteigen. Vieles kann durch technische Beschneiung abgefedert werden. Die funktioniert sehr gut, ist aber teuer.

Skifahren wird also noch elitärer?
Skifahren ist in den letzten Jahren schon teurer geworden, und zwar schneller als die allgemeine Inflation, der Verbraucherpreisindex sowie die Löhne und Gehälter. Die Pistenqualität ist derzeit so gut wie noch nie in der Geschichte des Skifahrens. Das Produkt hat sich stark verbessert, aber es ist nichts für kleine Geldbörsen. 

In Lienz entschied man sich dazu, den Hochstein im Winter nicht mehr aufzusperren. War das klug?
Ohne die konkreten Verhältnisse im Detail zu kennen, kann eine Konzentration von Kapital und Kräften grundsätzlich sinnvoll sein. Skigebiete werden durch Beschneiung und andere Modernisierungsmaßnahmen immer aufwendiger zu betreiben. Gleichzeitig gibt es in Österreich und Südtirol eine weltweit außergewöhnlich hohe Skigebietsdichte. Wenn dieses Netz etwas ausgedünnt wird, ist das grundsätzlich nachvollziehbar. Allerdings kommen politische und tourismuspolitische Interessen dazu – diese kann ich nicht urteilen.

Mit dem Hochstein hat Lienz auch den Ski-Weltcup verloren. Wie wichtig sind solche Großereignisse für Skigebiete?
Solche Großevents sind positiv, aber nicht alles entscheidend. Der Skitourismus kann auch unabhängig vom Skirennsport funktionieren. In den USA, dem größten Skitourismusmarkt der Welt, spielt der Skirennsport beispielsweise eine deutlich geringere Rolle. Im deutschsprachigen Raum sind Veranstaltungen wie Kitzbühel oder das Lauberhorn natürlich wichtige Highlights. Eine Destination wie Lienz kann aber grundsätzlich mit oder ohne Weltcup funktionieren.

Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Print-Ausgabe. Das Gespräch umfasst die Themenblöcke Gletscher, Skischaukel, Seilbahnen im Sommer und Bergtourismus. 

Kommentare

Keine Kommentare
  • Natur
    Wieder so ein Experte,
    +8
    -0

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