Am 6. Mai 1976 ist das große Erdbeben in Friaul passiert, das auch teilweise im Gailtal zu spüren war. Im Gedenken daran wurde genau 50 Jahre danach eine neue Sonderausstellung in Dellach im Gailtal eröffnet.
6. Mai 1976, am Abend kurz vor 21 Uhr. Die Erde bebt in der Region Friaul. Ein Erdbeben der Stärke 8-9 der Mercalli-Skala erschüttert die Region. Diese Skala hat insgesamt 12 Stufen.
Zerstörung
Ein Nachbeben und ein weiteres Beben im September 76 brachten Schutt und Zerstörung. 1.000 Menschen sind dabei gestorben, 3.000 wurden verletzt, 100.000 Menschen haben ihre Häuser dabei verloren. Die Sonderausstellung im Gailtal gedenkt an dieses Erdbebenereignis, das auch im Gailtal zu spüren war. Gerlinde Krawanja-Ortner ist Leiterin des Geoparks Karnische Alpen in Dellach im Gailtal. Sie ist in Laas bei Kötschach-Mauthen aufgewachsen und hat das Erdbeben damals als kleines Kind direkt mitbekommen. Ortner teilt diese Erinnerungen auch im Radio-Osttirol-Interview.
Große Hilfe
Straßen, Wege, Wasserleitungen, Gebäude, Autos, Stromleitungen – alles war im Zentrum des Bebens rund um Gemona und Venzone zerstört. Rettungsfahrzeuge mit Mann und Maschinen, Hilfsgüter, Feldküchen, Betten und Anlagen zum Aufbereiten vom Wasser wurden schon am Tag danach, am 7. Mai 76, in die betroffenen Gebiete gebracht. Ein Bäcker aus Velden backte auch Brot und lieferte es selber am Morgen an.
Bundesheer
Rund 700 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres sind mit Raupen, Baggern, Feldküchen und Material zum Bauen von Brücken angerückt. Das war damals der erste große Auslandseinsatz des Bundesheeres seit den 50ern. Auch viele freiwillige Feuerwehren rückten an und brachten Notunterkünfte und versorgten die betroffenen Menschen mit frischem Trinkwasser.
Aus Feinden wurden Freunde
Kärnten und Italien waren nach dem Krieg verfeindete Länder, erklärt LH Daniel Fellner in seiner Rede. Um vom Feind zum Nachbarn zu werden, waren damals viele Puzzleteile nötig, die ineinander gegriffen haben. Schon am Tag danach waren Einsatzkräfte auch aus Kärnten vor Ort, um zu helfen. Die Katastrophe habe die Menschen wieder zusammengeführt, eine grenzenlose Solidarität ist entstanden.
Heute, 50 Jahre nach dem großen Beben in Friaul, ist die grenzenlose Zusammenarbeit zwischen Italien und Kärnten enger denn je. Man tauscht Daten in Echtzeit aus, stimmt Einsätze ab und handelt gemeinsam, erklärt der LH. Aktuell arbeitet das zuständige Bundesministerium ein Rahmenabkommen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rettungsdienst mit Italien und Slowenien aus.
Weitere Veranstaltungen geplant
In einer Veranstaltung wurde der Opfer von damals gedacht und eine neue Ausstellung im Geopark Karnische Alpen in Dellach im Gailtal eröffnet. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober zu sehen. Der Park plant aber noch weitere Veranstaltungen zum Thema Erdbeben im Mai und im Juni. Auch in Friaul sind Gedenkveranstaltungen angedacht. Weitere Infos auch auf der Homepage des Geoparks Karnische Region.