Trotz etlicher Vorstrafen kam ein 22-jähriger Kokainkonsument am Innsbrucker Landesgericht noch einmal mit einer Geldstrafe davon.
Am Dienstag ging ein Prozess am Innsbrucker Landesgericht gegen einen jungen Osttiroler wegen verschiedenster Delikte in die zweite Runde. Dem 22-Jährigen wurde unter anderem vorgeworfen, Suchtgift für andere beschafft, aber auch selbst konsumiert zu haben, überdies eine Körperverletzung und unerlaubter Waffenbesitz. Abgesehen von der Beschaffung von Kokain bekannte sich der Angeklagte vor Richter Andreas Fleckl schuldig. Zu Einkaufsfahrten ins Zillertal mit zwei Freunden sei es im April 2025 zwar schon gekommen und er habe auch einen Kontakt zum Dealer hergestellt, doch dort habe dann jeder „Seins erledigt“. Er habe nicht für andere eingekauft.
"Klapse"
Die besagten Freunde sagten am Dienstag nun aus. Einer wurde per Videokonferenz vom Bezirksgericht Lienz zugeschaltet: „Ich habe ihn geführt, weil ich damals noch ein Auto hatte.“ Von Drogenkäufen wisse er aber nichts: „Also jedenfalls nicht für mich, ich habe damals nichts gekauft.“ Der zweite Zeuge wurde aus der Haft bei Gericht vorgeführt. Er gab an, sich wegen seines Drogenkonsums an gar nichts mehr erinnern zu können: „Ich bin damals zwei Mal in der geschlossenen Klapse gelandet, ich weiß es echt nicht mehr.“
Milde Strafe
Der Angeklagte wurde schließlich zu – angesichts seiner prekären finanziellen Situation – milden 1440 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt. Und zwar für jene Dinge, die er ohnedies zugegeben hatte. Richter Fleckl: „Bei diesen Zeugen kann ich einfach gar nicht feststellen, was damals wirklich geschehen ist.“ Trotz etlicher Vorstrafen hielt der Einzelrichter eine Geldstrafe für ausreichend: „Mir ist lieber, der Angeklagte bleibt auf freiem Fuß, verdient Geld und arbeitet mit der Bewährungshilfe zusammen.“ Der nahm das Urteil auch dankend an, die Vertreterin der Anklage gab keine Erklärung ab, weshalb es noch nicht rechtskräftig ist.
UAS