Der Rechnungshof hat das Bauprojekt Schulzentrum Lienz-Nord überprüft und stellt der Stadtgemeinde für die Projektabwicklung grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus.
Das in die Jahre gekommene Schulgebäude Lienz Nord aus den 1960er Jahren wurde von Sommer 2022 bis Herbst 2024 umfassend saniert und umgebaut. Den ursprünglichen Kostenplan von 23,26 Millionen Euro aus dem Jahr 2021 musste die Stadtgemeinde mit einem neuerlichen Beschluss 2022 auf 26,85 Millionen nach oben korrigieren. Die Kostenüberschreitung sei aber plausibel und nachvollziehbar, bescheinigt der Rechnungshof in seinem Prüfbericht. Einerseits waren die Kosten für das Ausweichquartier (Containerschule) nicht im ersten Kostenplan enthalten, und andererseits ist der Baukostenindex aufgrund der Auswirkungen der COVID-Pandemie und des Ukrainekrieges deutlich angestiegen.
Lob für Projektabwicklung, Handlungsbedarf bei Kostenplanung
Der Bau-Zeitplan konnte jedoch eingehalten werden. Grundsätzlich stellt der Rechnungshof der Stadtgemeinde für die Projektabwicklung ein gutes Zeugnis aus. Handlungsbedarf sieht der Rechnungshof für künftige Vorhaben bei der Kostenplanung und Vergabeverfahren.
Kritik an Umgang mit Schadstoffen
Mängel wurden allerdings beim Umgang mit Schadstoffen beim Abbruch von alten Gebäudeteilen festgestellt. Beispielsweise wurde eine abgebrochene Zwischendecke die künstliche Mineralfasern enthalten hat, nicht getrennt von den Baurestmassen entsorgt. Ebenfalls aufgezeigte Mängel beim Brandschutz konnten bereits behoben werden.
Lob für Energieeffizienz
Positiv erwähnt wurden die Energieeinsparungen. Laut Rechnungshof machen die Einsparungen beim Energieverbrauch durch die Gebäudesanierung 70 Prozent aus.
Der Prüfbericht des Rechnungshofes zum Schulzentrum Lienz-Nord wurde am 8. Mai veröffentlicht und geht an den Lienzer Gemeinderat und den Tiroler Landtag.